Ich grüße euch alle ganz lieb. Nachdem ich gestern von der vierstündigen Taxifahrt, mit offen Fenstern, noch mitgenommen war, geht es mir heute wieder sehr gut. Ich habe mich schon um 9 niedergelegt und bin dann bis halb fünf durchgeschlafen. Mein Herzzentrum war voll lebendig und die Freude goss, dass ich der Schnupfen, den ich am Abend verspürt habe, weg war. Lakshmi hatte mir schon vor einer Stunde geschrieben, dass sie sich voller Schmerzen und Fieber fühlt. Sie hat trotzdem alle Vorbereitungen für das Essen erledigt. Ich stimmte mich auf sie ein und hoffe, dass es ihr in der Schule wieder besser geht.
Gleich setzte ich mich hin und begann die Übung von Ramana. Wer bin ich? Den Körper spürend, war es leicht zu erkennen, dass ich nicht der Körper bin. Feiner fühlend bemerkte ich ein sanftes, helles Energiefeld in mir und um mich herum, in dem ich etwas mit dieser Frage anfangen konnte. Darin verweilte ich in Stille.
Um 8 wollte ich nach unten gehen und fragen ob es hier ein Frühstück gibt. Meine Gedanken wanderten aber zu dem Restaurant das wunderbare, frisch zubereitete, westliche Köstlichkeiten anbietet. Gleich fuhr ein Rickshaw Fahrer zu mir und fragte mich ob er mich führen kann. Ich wies ihn zuerst ab, dachte dann, dass er auch leben möchte. Er kannte dieses Lokal gar nicht. Ich hatte keine 50 Rupien, so gab ich ihm 200 und sagte, dass er auf mich warten soll. Er war viel cleverer, gab mir seine TelNr und bat mich ihn anzurufen, wenn ich fertig bin.
Das Lokal liegt auf einer Dachterrasse im 3. Stock, mit wunderbarer Aussicht auf den Arunachalla. Zwei große Schaukelstühle schauen direkt auf den Lieblingsberg des Ramana. Ich nahm dort Platz, ließ mich zurückfallen und genoss es mit ihm mitzufühlen. Nach einiger Zeit schloss ich die Augen und verband mich mit der Wesenheit des Berges. Ein wunderbares türkises bis violettes Licht entstand vor mir und ließ mich diese Verbindung atmen. Dann kam die Kellnerin, ich verlangte die Speisekarte und bestellte Eine Obstschüssel mit Haferflocken und Topfen. Toastbrot mit Marmenlade und Cappuccino. Alles war köstlich. Das mit dem Rikshaw Fahrer funktionierte. Nach dem Anruf kam er sofort. Er wollte wissen woher ich komme und welche Sprache ich spreche. Irgend etwas sagte er zu mir und meinte, dass es deutsch sei. Es klang eher nach spanisch.

Eingang zum Kuhstall

Am Nachmittag ging ich ins Ramana Center. Es war heiss, 33 Grad. Ich suchte mir einen schattigen Standort um mit dem großen Ich mitzulauschen. Das war vor dem Tempeleingang. Die Frage wer bin ich führte mich auf das Nichtmaterielle. Auf einmal brach die Sonne durch die Baumkronen und nach einer kurzen Weile musste ich flüchten. Dann ging ich hinter den Tempel. Gerade hinter dem Rücken von Ramana waren die richtigen Stufen zum Sitzen und zum Üben. Es ging gut, ich konnte verweilen in mir, war gut verbunden mit einer feinen Atmosphäre, da fingen meine kleinen, linken Zehen derartig zu brennen an, dass ich nicht mehr darüber hinwegsehen konnte. Als ich hinschaute konnte ich nichts sehen. Es brannte aber weiter. So bückte ich mich runter und erkannte winzige Ameisen. Mir war klar, dass mir Ramana diese gesandt hatte. Ihm wurden ja ganze Löcher in den Körper gefressen. Ich habe mich eine Stufe höher gesetzt und fand die innere Verbindung nicht mehr.
So machte ich mich auf den Weg durch den Ashram. Dabei fand ich den Kuhstall. Mehr als ein dutzend Kühe werden dort gehalten. Sie alle geben Milch. Hygienisch schaut das nicht aus. Aus einem Gebäude in der Nähe war Gesang zu hören. Wahrscheinlich Rezitationen aus den Veden.
Dann suchte ich mir wieder einen Platz zum Sitzen. Mir kam, dass ich mit der Energie mitschwingen werde. Die Frage des wer bin ich lenkt meine Gedanken immer in eine bestimmte Richtung. Niedersetzen und Lauschen nach der Schwingung hier, das war es. Alles wurde lebendig, ein wunderbares Violett ober dem Scheitelchakra. Das blieb, egal wo ich mich hinsetzte, ich war lebendig in einer lila, violetten Schwingung. Alles strahlte und vibrierte.
Da schon drei vorbei war machte ich mich auf zum Restaurant. Eine Schaukel war frei, die Bedienerin kam gleich und empfahl mir Gemüse mit Kartoffel. Ein Genuss!
Auf meinem Weg zum Hotel kaufte ich mir Äpfel und Bananen. Geschickterweise hatte das Plastiksackerl ein Loch. Ich war so in der inneren Energie versunken, dass ich die Abzweigung zum Hotel übersah. Ich bin aber erst nach zwei Quergassen draufgekommen. Auf einmal kam ein kleines Mädchen zu mir gelaufen und gab mir einen Apfel. Ich dachte mir, dass ich das Plastiksackel so komisch gehalten habe, dass der Apfel herauspurzelte. Ich wollte dem Mädchen etwas Geld geben. Sie lief mir vor lauter Scheu davon. Im Moment konnte ich die Abzweigung zum Hotel nicht finden. Da kam mir das Mädchen wieder mit einem Apfel entgegen. Sie gehörte zu einem kleinen Verkaufsstand von Halsketten. Da waren noch kleine Kinder. Ihre Mutter erklärte mir, dass ich beim Einkauf ein löchriges Plastiksackerl bekommen habe. Als ich den Apfel nahm bemerkte ich das enttäuschte Gesicht der Kleinen. Schnell gab ich ihn zurück und sie hatte eine riesen Freude.
Im Hotel hatte ich den Einfall nach einer Ölmassage zu suchen. In Tiruvannmalai waren einige angeboten. Ich bat Elumalai um Hilfe. Aus den Angeboten hatte mir ein Mann gut gefallen. Elumalai kannte ihn nicht und besuchte ihn gleich. Jetzt habe ich um 11 morgen eine zweistündige Massage. Ich werde sehen wie es mir danach geht.