Jetzt beginnen mir die Tage davonzulaufen. Ich habe mir vorgenommen in Chennai mit Lakshmi in Einfühlung und Heilung zu arbeiten. Gestern konnten wir einen halben Tag miteinander verbringen. Wir machten die Grundübung und eine Heilbehandlung.

Die Grundeinstellung ist immer noch, dass Gott oder die Götter das Leben gestalten. Dass man etwas aus sich selber gestalten kann muss erst verstanden werden.

Heute habe ich den ganzen Tag für mich. Lakshmi hat mir schon das Mittagessen gebracht. Sie hat eine Malklasse. Dort kann sie sich nicht vertreten lassen. Am Nachmittag möchte ich Ramakrishna Mission Ashrama besuchen. Dort habe ich im Vorjahr einige Tage gelebt. Ich bin neugierig ob ich aufgenommen werde. Inzwischen kann ich meine Wäsche waschen.

Ramakrishna Tempel

Am Nachmittag war ich im Ramakrishna Ashram. Es ist wohltuend in einen Park einzutreten, der voll mit Bäumen ist und leise. In der Ferne ist der Straßenlärm zu hören. Ein Erinnerungssignal in welcher Stadt ich momentan lebe. Ich musste fast 2 Stunden warten bis ich den Termin mit dem Swami bekam. Die Zeit verbrachte ich im Garten und im Tempel. Es brauchte noch einmal ½ Stunde bis ich ihn zu Gesicht bekam. Er ging an mir vorbei, war voll im Kopf mit Organisation. Ging auch gleich in den Verwaltungstrakt. Genau so habe ich ihn im Vorjahr erlebt. Kein Lächeln, dirigiert durch Handbewegungen. Eine Frau ist gleich aufgesprungen als er kam. Die Hand signalisierte, dass sie sitzenbleiben soll. Dann ging er auf mich zu. Er hatte mich nicht mehr erkannt. Ich sagte, dass ich nur wenig Zeit mit ihm brauche. Ich möchte ihn nur begrüßen und mich bedanken für die Unterkunft im letzten Jahr. Dann lächelte er auf. Letzter Jänner! Gleich holte er mich in sein Büro. Er war wie ausgewechselt. Lachte und fragte mich ob ich wieder hier wohnen möchte. Ich erklärte ihm, dass ich mit einer Frau arbeite und in einem Hotel wohne. Er sagte gleich – healing. Ja, sagte ich. Er hätte sicher keine Freude, wenn diese Frau hier aus und eingeht. Dazu schwieg er. Dann stand er auf und sagte, komm. Wir gingen in die Küche. Er mobilisierte seinen Koch. Aufgetischt wurden mir kleine Snacks und Tee. Der Küchenchef hatte sich gleich an mich erinnert. Er fragte, ob ich ihn auch erkannt hatte. Natürlich, sagte ich. Und das stimmte auch. Anschließend gingen wir wieder in sein Büro. Da draußen noch viele warteten, sagte ich, dass ich jetzt schon viel Zeit in Anspruch genommen habe. Er gab mir 2 Prassads, einen für Lakshmi. Beim Verabschieden sagte er, come again!