Geburtshaus in Kalkutta

 

 

Das Anliegen der Organisation ist nicht nur, die Lehren des Meisters zu verbreiten, sondern auch durch die Errichtung von Schulen, Krankenhäusern, Waisenhäusern, Clubs und Bibliotheken kulturelle und vor allem soziale Arbeit zu leisten. Unterschiede in Kaste, Religion oder Nationalität spielen weder innerhalb des Ordens noch unter den Mitarbeitern oder den Betreuten eine Rolle, da jeder Mensch als Manifestation des Göttlichen gilt.

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Heute ist der Tag des Swami Vivekananda. Ich war gerade aufgestanden als ich vom Hof der Ramakrishna Mission in Kalkutta. Laute Hi Rufe hörte, die mich an ein Fußballmatch erinnerten. Ich sah beim Balkon hinunter und entdeckte die Swamis und einige Leute bei der Statue des Swami Vivekananda. Im Internet fand ich dann, dass er heute seinen 150. Geburtstag hat und dass für ihn ein großes Musikfestival stattfindet.
Vivekananda war Ramakrishna’s Kanal, sein inneres Selbst. Viele wollten in der damaligen Zeit Indien aus den verfallenen Zuständen befreien. Auch eine neue Religion im Lichte moderner Erziehung konnte den Zustand nicht ändern. Es kann keine Religion geben, die das Herz der Masse tief berühren kann, so sagte Ramakrishna. Das ungeheure Potential der veralteten Religionen musste in eine neue Muttererde umgeschmolzen werden, um einen neuen Weg zu öffnen für das gegenwärtige Zeitalter. Solch ein Weg würde eine Weisheit brauchen, wie sie die alten Rishis hatten.
Sri Ramakrishna und Swami Vivekananda konnten diese Möglichkeit ergreifen, da sie erfüllt waren von der Kraft göttlicher Weisheit, durch ihre unmittelbaren transzendenten Erfahrungen. Ramakrischna lebte unmittelbar im Göttlichen Bewusstsein obwohl er mit einem begrenzenden körperlichen Dasein auskommen musste. Er fühlte sich zu allen Religionen zugehörig und zu allen Lebensgemeinschaften. Er hatte das Ich überwunden und verstand alle Bedürfnisse der Menschheit. Obwohl er einfach aussah, war er der unbestrittene Leiter des Himmels, für solch ein Anliegen. Er wusste über die Zustände der Menschheit bescheid und wie sie aus ihrer Armut an Ideen herauskommen konnte.
So konnten die spirituellen Ideen des Sri Ramakrishna die westliche Welt durch Swami Vivekananda erobern. Im höheren Selbst waren beide EINS. Ramakrishna konnte nicht schwer arbeiten. Er bedauerte es oft und brachte das Göttliche, die Muttergottheit, zu den
Menschen und in jedes Haus. So schenkte er den Menschen Lebendigkeit. Sein Körper war so zart, dass er sich manchmal mit hartem Fladenbrot verletzte und blutete. Sri Ramakrishna brauchte eine Persönlichkeit in der er wirken konnte. Aus dieser Ganzheit des Höheren Selbst heraus wirkte dann Swami Vivekananda.
Vivekananda verbreitete in Indien und in Amerika die Religion der Liebe, die keine Riten und keine Begriffe für das Esoterische braucht. Swami Vivekananda baute mit unvorstellbaren Kräften, mit Klarheit in Gedanken und einem Weitblick sein Vorhaben die Ramakrishna
Mission zu verwirklichen auf. Sie ist weltweit tätig. Sie wurde am 1. Mai 1897 von Vivekananda in Kalkutta gegründet. Das Anliegen der Organisation ist nicht nur, die Lehren des Meisters zu verbreiten, sondern auch durch die Errichtung von Schulen, Krankenhäusern, Waisenhäusern, Clubs und Bibliotheken kulturelle und vor allem soziale Arbeit zu leisten. Unterschiede in Kaste, Religion oder Nationalität spielen weder innerhalb des Ordens noch unter den Mitarbeitern oder den Betreuten eine Rolle, da jeder Mensch als Manifestation des Göttlichen gilt.

Ich lebe jetzt seit einigen Tagen in diesem Haus. Es gibt keinerlei Diskriminierung, jeder ist für den anderen offen. Dieses Institut ist eine Oase in einer Stadt voll Lärm und Smog. Die Armut hier kann nicht verringert werden. Viele Menschen können jedoch lernen und neue Ideale bekommen und mithelfen um das Leben menschenwürdig zu gestalten.
Hier lebe ich jetzt